Die Geschichte der Bürgerwehr Oberharmersbach

Einer der ersten verlässlichen Hinweise auf die Bürgerwehr im Reichstal Hamersbach datiert aus dem Jahre 1660, als bei der Erneuerung des Huldigungseides an den Kaiser die Männer des Tales mit "Unter und Obergewehr" angetreten waren. Zwanzig Jahre später schickte die Wolfacher Schützengilde eine vierseitige Einladung zum Freischießen "An die Schüzenmaistere und Schüsgesellen im Harmerspach". Ein weiteres historisch belegtes Datum ist der 13 Januar 1777, als der Abt des Klosters Gengenbach zum alljährlichen Gerichtstermin beim Freihof im Harmersbachtal von 59 Mann Bürgermiliz feierlich empfangen wurde. Mit den Vorderlader-Gewehren wurde bei solchen Anlässen Salut geschossen. 

 

Wie viele andere Vereine durchlebte die Bürgerwehr aufgrund der politischen Veränderungen Höhen und Tiefen. Der Verlust der Reichsunmittelbarkeit des Harmersbachtals durch den Frieden von Luneville 1802/03 führte auch zu einschneidenden Veränderungen bei der Bürgerwehr, die sich erst um 1830 als freiwillige Bürgermiliz neu formierte. Sie machte es sich zur Aufgabe, bei kirchlichen und weltlichen Hochfesten anzutreten und auszurücken, beispielsweise am Fronleichnamstag ("Herrgottstag") oder dem Namenstag des Kirchenpratrons St. Gallus, der "Gallenkilwi". Die Vorderlader-Gewehre wurden wieder getragen. Eine nochmalige Unterbrechung der Vereinstätigkeit brachten die Revolutionswirren 1848(49), als die wieder erstarkte Obrigkeit die Bürgerwehren auflöste. Erst 1862 folgte die Erlaubnis, bei besonderen Anlässen wieder Waffen tragen zu dürfen. Seither gehören Aufmärsche an kirchlichen Festtagen und das Ausrücken an Großherzogs oder später des Kaisers Geburtstagen. Mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurde die Wehr streng militärisch ausgerichtet, wie die damalige Satzung des "Militär-Verein Oberharmersbach" belegt. Bisher gab es Schützenmeister, Gesellen, Böller, Tambour und Pfeifer. Nunmehr standen an der Spitze der Miliz ein Hauptmann, ein Leutnant, ein Feldwebel und ein Unteroffizier. Der Militärverein erhielt 1875 seine erste Fahne; weitere Fahnenweihen fanden 1896 und 1989 statt. Sowohl der Erste wie auch der Zweite Weltkrieg brachten jegliche Vereinstätigkeit zum Erliegen. Doch immer wieder fanden sich Idealisten, die die Tradition dieser Brauchtumspflege aufgriffen. Bereits 1919 wurde die "Freiwillige Bürgerwehr" gegründet.

 

Der Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg war mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, weil die französische Besatzungsmacht die alten wertvollen Vorderladergewehre einzog und vernichten ließ. Originalgetreue Nachbildungen mit aufgepflanztem Bajonett ersetzen seit der Wiedergründung der Wehr im Jahre 1949 die überlieferte Bewaffnung. Wie ihre Vorgänger werden sie mit Schwarzpulver gestopft und beim Salutschießen in Salven abgefeuert.An der Uniform der Bürgerwehr hat sich trotz der vielen Veränderungen kaum etwas geändert. Sie ist an die frühere von den männlichen Bürgern des Tales getragene Bauerntracht angelehnt. Dazu zählen eine weiße Hose und ein Rock aus schwarzem Leinen mit karmesinroten Umschlägen ("Biesen"), der mit Bienenwachs eingerieben wird und so eine natürliche Imprägnierung erhält. Eine rote Weste ("Gilet") mit goldenen Knöpfen und ein gebundenes Halstuch ("Knipferli") bereichert die farbenprächtige Uniform. Den schwarzen Filzhut zierte früher ein Tannenzweig, heute ein roter Federnbusch. Offiziere und Feldwebel tragen einen Säbel.

 

Die Namensänderung in "Historische Bürgerwehr" im Jahre 1975 unterstreicht die vorrangige Aufgabe des Vereins. Bei verschiedenen Auftritten hat die Historische Bürgerwehr ihr Vereinsanliegen immer wieder nachhaltig unterstrichen und durch ihr vielfältiges Engagement Zeitgenossen beeindruckt. Beispiele hierfür sind die Ausrichtung des Landestreffens der badisch-hessichen Bürgerwehren und Milizen im Jahre 1983, die Teilnahme am 850-jährigen Jubiläum der Gemeinde Oberharmersbach sowie die Aufmärsche zusammen mit der Oberharmersbacher Miliz- und Trachtenkapelle zum Zapfenstreich anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Bundes Heimat und Volksleben im Glottertal (1998) oder beim Großen Trachtentreffen in Haslach (1999). 

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