Die Geschichte des Tales
Zu den merkwürdigsten politischen Herrschaftsgebieten des ehemaligen "Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation" zählte das "Reichstal Hamersbach", das nach langwierigen Auseinandersetzungen mit der Reichsstadt Zell a. H. 1718 seine endgültige Reichsunmittelbarkeit erlangte. In jener "Transaction" wurden dem Talvogt und dem Zwölferrat die eigene Verwaltung und Gerichtsbarkeit zugestanden. Mit den daraus entstandenen Rechten für die Bürger waren auch Pflichten verbunden, die wesentlich länger zurückreichen. Schon vor Jahrhunderten waren die Männer des Reichstals in Rotten organisiert und mußten dem Bürger wehren, d. h. Gefahren von ihm abhalten. Diese "Bürgerwehr" war gefordert, bei Hochwasser und Feuersbrunst Hilfe zu leisten. Desweiteren musste sie ihr Gemeinwesen vor innerer und äußerer Bedrohung schützen. Die Verfolgung von Rechtsbrechern zählte ebenso dazu wie die Verteidigung des Tales. Für diese Einsätze war die Bürgerwehr auch bewaffnet. In dieser besonderen geschichtlichen Entwicklung des Reichstals Hamersbach sind die Anfänge der heutigen "Historischen Bürgerwehr" zu suchen, die ihre intensive und vielfältige Vereinsarbeit der Pflege der Tradition, des Brauchtums und der Kameradschaft widmet. Verschiedene Abteilungen - Wehr, Spielmanns- und Fanfarenzug, Volkstanzgruppe und Kindervolkstanzgruppe sowie Trachtenfrauen - nehmen diese Aufgabe bei verschiedenen Anlässen wahr und repräsentieren die Geschichte des Harmersbachtals auch bei auswärtigen Auftritten.